Das 1×1 der Nähmaschinennadeln – welche Nadeln gibt es & wann benutzt man sie

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Mein Blogjahr startet heute. Letzte Woche habe ich aufs Internet verzichtet und mir mehr Offline-Zeit gegönnt. Ich habe mir überlegt, ob ich einen das war mein Jahr 2014 und so wird 2015 Post schreibe, aber ich habe mich dagegen entschieden. Dafür bekommt ihr aber eine tolle Übersicht von mir, die da heißt „Wann benutze ich welche Nadel?“

Als ich mit dem Nähen angefangen habe, hab ich mir erst einmal einen kleinen Vorrat an Universal-Nadeln zugelegt. Universal hört sich gut an, kann man für alles benutzen. Aber im Laufe der Zeit wurde ich eines besseren belehrt. Neben den Universal-Nadeln gibt es noch eine ganze Menge anderer Nadeln, die für bestimmte Arbeiten besser geeignet sind.

Sicherlich habt ihr schonmal die kleinen Zahlen gesehen, die auf euren Nadeln stehen. Ich meine die, die man erst sieht, wenn man sich die Nadel so dicht ans Auge hält, dass man Gefahr läuft, gleich nur noch mit einem Auge weiterzuleben. Ok, Spaß bei Seite, diese Nummern geben die Nadelstärke an und damit auch für welchen Stoff sie geeignet sind.

1x1 der Nähmaschinennadeln

Nadelsysteme und Nadelstärken

Für Haushaltsnähmaschinen gibt es zwei Nadelsysteme. Dazu gehören das Flachkolben System 130/705 H und das Rundkolben System 287 WH. Da die Rundkolben veraltet sind und neuere Nähmaschinen-Modelle mit Flachkolben-Nadeln arbeiten, gehe ich hier auch nur auf diese Nadeln ein. Das gängigste System für uns Hobby-Näherinnen ist also das 130/750 H Flachkolben-System. Dabei steht das H für Hohlkehle. Auf der Verpackung steht oft noch ein Buchstabencode, der angibt, für welche Arbeiten die Nadel verwendet werden kann.

Die Zahlen auf den Nadeln geben die Nadelstärke an. Die Nadelstärke wird in 1/100 mm angegeben. D.h. steht auf eurer Nadel 90, ist die Nadel 0,9 mm dick. Auf einigen Nadeln stehen 2 Ziffern. Das sieht dann so aus 80/12. Die zweite Zahl gehört zu einem veralteten Singermodell. Beides gibt aber die gleiche Nadelstärke an.

Zusätzlich zu den Zahlen und Buchstaben werden die Nadeln auch noch farblich codiert. Dabei stehen die unterschiedlichen Farben für die verschiedensten Anwendungen.

Buchstabencode Farbcode Bedeutung
H Keine Farbe Steht nichts weiter auf der Nadel handelt es sich um eine Universalnadel
H-E  roter kreis Embroidery, Sticknadel
H-J  blauer-kreis Jeansnadel
H-M  lila-kreis Microfiber, Microtex-Nadel
H-Q  grüner-kreis Quiltnadel
H-S  gelber kreis Stretchnadel
H-LL  brauner kreis Ledernadel
H-SUK Nadel mit mittlerer Kugelspitze
H-ZWI Zwillingsnadel
H-DRI Drillingsnadel

Welche Nadeln gibt es und für welchen Stoff sind sie am besten geeignet?

Für eine bessere Übersicht habe ich wieder eine Tabelle erstellt. Die Tabelle ist unterteilt und Nadelart, Nadelstärke und Stoffart. So kann man auf einem Blick sehen welche Nadel, für welchen Stoff am besten geeignet ist.

Nadelart Nadelstärke Stoffe
Universalnadel 60-70 Chiffon, Gorgette, Organdy
70 Batist, Kunstseide
70-80 Blusen, Halbleinen, Hemden, Kleider, Miederstoffe, Popeline
80-90 Anzüge, Inlet, Leinen,
90 Mantelstoffe, Tischwäsche
Sticknadel 75-90 Sticken
Jeansnadel 90 Plastikfolie, Wachstuch
90-100 Bettwäsche, Segeltuch, Kunstleder
90-110 Körperstoffe, Denim bzw. Jeansstoffe, Cord, Arbeitdkleidung
Microtex-Nadel 60 Microfasergewebe
70 Seide, Microfasergewebe
Quiltnadel
Stretchnadel oder Jerseynadel 75 Feinjersey, Singlejersey
75-90 Seidenjersey, Lycra, Jersey
Ledernadel 80-90 Schweinsleder, Ziegenleder, Kalbsleder, Kunstleder, Wildleder
100-110 Dickes Leder

Allgemeine Tipps zum Umgang mit Nähmaschinennadeln

Nadeln werden mit der Zeit stumpf, deshalb solltet ihr nicht zu lange mit ein und derselben Nadel nähen.

Ich vergesse öfter mit welcher Nadel ich gerade nähe, daher liegt die Verpackung mittlerweile immer neben der Nähmaschine. Bin ich mit einem Projekt fertig, kommt die Nadel zurück in die Verpackung.

Je dünner der Stoff, desto kleiner sollte die Nadelstärke sein.

Ledernadeln niemals für normale Stoffe benutzen. Die Nadeln sind angeschliffen, damit sie durchs Leder kommen. Sie würden normalen Stoff kaputt machen.

Bei Stoffen wie Jersey, Strickwaren und anderen elastischen Stoffen solltet ihr immer Stretchnadel bzw. sogenannte Ball-Point Nadeln benutzen. Diese durchstoßen den Stoff nicht, sondern schieben die Maschen mit der abgerundeten Spitze auseinander. Normale Nadeln können den Stoff beschädigen und ihr habt hinterher kleine Löcher im fertigen Kleidungsstück.

Ich übernehme selbstverständlich keine Garantie für die Vollständigkeit. Solltet ihr also weitere Tipps, Fragen oder Anmerkungen haben, hinterlasst mir gern einen Kommentar.

bis bald,

Katrin

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